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Ehrlicher Einblick: Was wir von KI im Coaching halten und wie wir es verwenden

  • janaschoepper
  • vor 1 Tag
  • 6 Min. Lesezeit

Künstliche Intelligenz ist längst in unserem Alltag angekommen. Und immer mehr Menschen nutzen Large Language Models – also KI-Sprachmodelle wie ChatGPT – auch für persönliche Fragestellungen, schwierige Situationen oder zwischenmenschliche Probleme. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: KI ist rund um die Uhr verfügbar, antwortet innerhalb von Sekunden und kostet deutlich weniger als eine Coaching- oder Therapiesitzung. Die Hemmschwelle ist niedrig. Man muss niemandem gegenübertreten, muss sich nicht schämen und hat nicht das Gefühl, von einem anderen Menschen bewertet zu werden.


Und tatsächlich gibt es mittlerweile Studien (1+2), die zeigen, dass Gespräche mit KI positive Effekte haben können. Aber es wird noch spannender: In Studien (3) wurden KI-generierte Antworten auf persönliche und psychologische Fragen teilweise sogar als empathischer und hilfreicher bewertet als Antworten menschlicher Expert.


Das wirft natürlich eine Frage auf:

Werden wir dadurch ersetzlich?

Unsere Antwort ist: Wir glauben nicht.


Gleichzeitig möchten wir KI nicht verteufeln. Im Gegenteil: Wir nutzen sie selbst – und werden weiter beobachten, was sie kann und wie sie sich entwickelt. Trotzdem glauben wir, dass gerade in einer zunehmend digitalen Welt der echte menschliche Austausch immer wichtiger wird.


Coaching ist mehr als eine gute Antwort

Im Coaching geht es nicht nur darum, eine möglichst kluge Antwort auf eine Frage zu bekommen.


Es geht darum, gemeinsam hinzuschauen. Dinge wahrzunehmen, die man selbst vielleicht gerade nicht sieht. Widersprüche auszuhalten. Gefühle wahrzunehmen. Sich selbst besser zu verstehen. Und manchmal auch darum, dass jemand an der richtigen Stelle eine unbequeme Frage stellt oder einen blinden Fleck sichtbar macht.


Als menschliche Coaches nehmen wir dabei sehr viel mehr wahr als nur die Worte, die jemand sagt: Mimik, Gestik, Körperhaltung, Stimmlage, Pausen, Blickkontakt – all das kann Hinweise darauf geben, wie es einem Menschen gerade wirklich geht. Und natürlich entsteht im Coaching auch eine Beziehung zwischen Coach und Klient. Gerade diese Verbindung ist für uns ein wichtiger Teil der Arbeit.


Wir Menschen sind soziale Wesen. Beziehungen, Bindung und sozialer Austausch spielen eine zentrale Rolle für unsere Entwicklung und unser Wohlbefinden. Veränderung findet deshalb für uns nicht ausschließlich im rationalen Denken statt.

Es braucht auch Emotionen. Und es braucht manchmal jemanden, der mit uns gemeinsam durch diesen Prozess geht.

Zwei lachende Frauen mit braunem Pferd auf Wiese vor Hügeln, eine sitzt ohne Sattel, die andere führt es lachend.

Und dann sind da noch unsere Pferde.

Bei SaddleUp Coaching kommt noch ein ganz besonderer Resonanzpartner dazu: das Pferd.


Pferde sind lebende, soziale und sehr feinsinnige Wesen. Sie reagieren unmittelbar auf Körpersprache, Spannung, Haltung und Verhalten. Sie geben uns kein sprachlich formuliertes Feedback – aber eine unmittelbare Reaktion. Genau das macht die Arbeit mit ihnen so wertvoll.


Ein Pferd kann nicht auf Grundlage eines gut formulierten Prompts entscheiden, welche Reaktion für uns gerade angenehm wäre. Es reagiert auf das, was tatsächlich passiert.

Und genau darin liegt ein Teil der besonderen Qualität unseres Coachings.


Die großen Nachteile und Risiken von Sprachmodellen

So hilfreich KI sein kann, so wichtig finden wir es, auch über die Nachteile und Risiken zu sprechen. Ein Punkt beschäftigt uns dabei besonders: Sprachmodelle sind darauf ausgelegt, hilfreiche Antworten zu geben und auf die Eingaben ihrer Nutzer einzugehen. Es sind ständige Ja-Sager. Sie wirken sehr bestätigend. Und genau das ist nicht immer hilfreich und manchmal sogar schädigend oder gefährlich.


Wenn wir beispielsweise einen negativen Glaubenssatz haben, brauchen wir jemanden, der ihn hinterfragt.


„Ich bin einfach nicht gut genug.“

„Ich kann das sowieso nicht.“

„Alle anderen sind schuld.“

„Ich muss es allen recht machen.“


Eine KI kann diese auf diese Gedanken hilfreiche Antworten finden. Sie tendiert aber gleichzeitig dazu, sehr stark auf die Perspektive des Nutzers einzugehen und diese dadurch zu verstärken.


Insbesondere bei psychischen Notlagen können unangemessene Antworten der KI sogar gefährlich sein (4).


KI empfindet keine Empathie

Eine KI ist keine fühlende Person. Sprachmodelle erzeugen Antworten auf Grundlage von Wahrscheinlichkeiten und Mustern in ihren Trainingsdaten. Vereinfacht gesagt: Das Modell berechnet nach Wahrscheinlichkeiten welches Wort auf das nächste folgen sollte. Somit sollte man sowieso keiner Antwort zu 100% glauben. KI macht Fehler und KI kann nur mit dem arbeiten, mit dem wir es "füttern".


Sie kann sehr überzeugend formulieren:

„Das klingt wirklich schwer.“

„Ich kann verstehen, dass dich das verletzt.“

„Deine Gefühle sind völlig nachvollziehbar.“


Das kann sich für den Menschen auf der anderen Seite sehr hilfreich anfühlen. Es antwortet allerdings mit automatisierter und maschinell erstellter Sympathie anstelle echter Empathie.

Eine KI antwortet wie ein Freund, es sympathisiert mit dir. Es lässt sich auf deine Stufe der Emotion nieder. Auch hier besteht die Gefahrt, dass die Antwort für die Person schädigend und bestätigend wirken kann - ein guter Coach antwortet nicht: "Ich kann dich sehr gut verstehen.", denn kein Mensch kann wirklich verstehen, was bei dem anderen Menschen los ist. Jeder lebt in seiner eigenen Realität und wir können nur versuchen mit empathischer Neutralität uns in die Gedankenwelt des Anderen zu begeben und diesen dazu zubringen sich und seine Welt zu hinterfragen und zu reflektieren. Besser wäre z.B.: "Was hat dir bisher in dieser schweren Zeit geholgen?" (Frage nach Ressourcen) "Was genau lässt in dir das Gefühl der Verletzung entstehen?" (Frage nach Bedürfnissen) "Welches Gefühl ist gerade am stärksten?" (Frage nach Fokus)


Es geht darum, zu unterstützen die eigene Wahrnehmung besser zu verstehen, zu hinterfragen und neue Perspektiven zu entwickeln - und nicht darum, die eigene Wahrnehmung zu bestätigen.


Wird KI darin besser werden?


Sehr wahrscheinlich.


Wir gehen davon aus, dass KI-Modelle immer besser darin werden, emotionale Zusammenhänge zu erkennen, unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen und sich an bestimmte ethische Standards zu halten.


Für uns bedeutet das nicht, dass wir uns gegen KI stellen wollen. Im Gegenteil.

Wir sehen KI als ein Werkzeug, das sinnvoll eingesetzt werden kann.


Eine KI kann eine gute erste Anlaufstelle sein, um Gedanken zu sortieren, eine Situation aus einer anderen Perspektive zu betrachten oder sich überhaupt erst einmal mit einem Thema auseinanderzusetzen.


Aber gerade bei persönlichen und emotionalen Themen glauben wir, dass ein echter Mensch nicht einfach ersetzt werden kann.


Wie wir KI bei SaddleUp nutzen


Natürlich nutzen wir KI auch selbst. Allerdings nicht, um unsere Arbeit zu ersetzen, sondern um sie an den Stellen effektiver zu machen, an denen KI tatsächlich hilfreich ist. Denn unser Ziel ist nicht, möglichst viel Zeit mit Texten, Recherche und organisatorischen Aufgaben zu verbringen.


Wir wollen mehr Zeit für unsere Lieblingsbeschäftigung haben: das Coaching.


Blogposts

Auch dieser Artikel ist mit Unterstützung von KI entstanden. Wir schreiben unsere Inhalte zunächst selbst und in unseren eigenen Worten. Wir recherchieren die entsprechenden Quellen und bringen unsere Gedanken digital "auf Papier". Anschließend nutzen wir KI, um Texte beispielsweise sprachlich zu optimieren, Strukturen zu überprüfen oder Formulierungen klarer zu machen. Lustigerweise wollte die KI die kritischen Stellen über sich selbst abschwächen. Gerade das zeigt auch die Gefahr der Nutzung von KI,


Wir lassen unsere Inhalte also nicht einfach komplett von einer KI erstellen.

Wir glauben an an authentische und ernst gemeinte Inhalte. Uns ist Qualität wichtiger als möglichst viel Content.


Und nein: Wir bauen auch nicht einfach möglichst viele SEO-Schlagwörter in unsere Texte ein, nur damit sie besser gefunden werden. Wir möchten über Themen schreiben, die uns wirklich beschäftigen und die für unsere Kund relevant sind.


Social Media

Auch für unsere Social-Media-Arbeit nutzen wir KI. Zum Beispiel, um Ideen für Posts zu entwickeln oder bestehende Texte zu optimieren. Die Fotos und Grafiken, die wir verwenden, erstellen wir aber weiterhin selbst. Wir nutzen keine KI-generierten Fotos oder Grafiken. Auch hier ist uns Authentizität wichtig. Wir möchten zeigen, was bei SaddleUp tatsächlich passiert – mit echten Menschen, echten Pferden und echten Momenten.


Kreative Ideen für unsere Kurse

Manchmal nutzen wir KI auch als Ideengeber für unsere Kurse. Zum Beispiel für neue Aufwärmspiele, alternative Übungen oder kreative Anpassungen bestehender Formate.

Das meiste, was wir in unseren Kursen und Coachings verwenden, ist allerdings selbst entwickelt. Und ganz ehrlich: Unsere kreative Köpfin Simone hat so viele sprudelnde Ideen, dass wir dafür gar nicht besonders viel KI brauchen. ;)


Unser Fazit

Wir glauben nicht, dass KI Coaching überflüssig macht. Wir möchten die Möglichkeiten von KI nutzen, ohne ihre Grenzen aus den Augen zu verlieren. Deshalb nutzen wir KI als Werkzeug – für Texte, Ideen und zur Unterstützung unserer Arbeit.


Und wir sprechen auch mit unseren Klient:innen darüber, was ihnen eine KI gespiegelt hat. Denn manchmal kann genau das ein interessanter Ausgangspunkt für eine Coaching-Sitzung sein.


  • Was hat die KI gesagt?

  • Was davon fühlt sich stimmig an?

  • Was vielleicht überhaupt nicht?

  • Und wo hat sie möglicherweise etwas bestätigt, das eigentlich einmal genauer angeschaut werden sollte?


Denn am Ende geht es im Coaching für uns nicht darum, die perfekte Antwort zu bekommen. Es geht darum mit anderen lebenden, sozialen Wesen, sei es Mensch oder Pferd, in Kontakt zu treten und in Resonanz zu gehen. Nur in echter Bindung ist echte Änderung möglich.

Simone und Jane lächelnd mit Hüten machen ein Selfie im Freien; blauer Himmel im Hintergrund.

 
 
 

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